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Die Kapverden I Reiseziel von Heute

Kapverden

Hotels und Unterkünfte für den Urlaub auf den Kapverden

 

Kapverden – vom Armenhaus zum touristischen Hoffnungsträger

Wer bis Mitte der 90-ziger Jahre selbst einen alten Hasen und Insider der Tourismusbranche nach den Kapverden befragte, der bekam meist nur ein bedauerliches Kopfschütteln geschweige denn, eine Auskunft darüber, in welcher Weise diese Inseln von touristischem Interesse sein könnten.

Nur ganz wenige Windsurffreaks und Abenteurer, denen die Inseln „in the middle of nowhere“ aufgrund ihrer hervorragenden Windverhältnisse ein Begriff waren, hatten sich jemals bis hierher vorgewagt und die verhältnismäßig schwierige Anreise dorthin auf sich genommen, um hier ca. 570 km westlich des afrikanischen Kontinents und 1500 km südlich der Kanaren an menschenleeren, weißen Sandstränden auf den gigantischen Wellen des offenen Atlantiks dahinzugleiten. Hier können Sie Pauschalreisen nicht nur auf den Kapverden günstig buchen.

Außer den wenigen Windsurfern gab es immer weniger Einwohner, die die kleine Inselwelt schon nach ihrer Unabhängigkeit von der ehemaligen Kolonialmacht Portugal im Jahre 1975 in Scharen verlassen hatten und aufgrund der schwierigen Lebensverhältnisse, der langen Dürreperioden und der grassierenden Armut noch immer den Weg in die Emigration suchten.

Bis hinein in die ´90-ziger Jahre zählten die Kapverden zu den ärmsten Ländern der Erde, deren Überleben nur von den im Ausland lebenden Familienmitgliedern, des Internationalen Währungsfonds, der Weltbank und der EU garantiert werden konnte.

Die ehemals 1,2 Millionen zählende Bevölkerung hatte sich aufgrund der starken Auswanderungswelle in den siebziger, achtziger und neunziger Jahren bis auf 500.000 Menschen verringert. Zurück blieben die Alten und die Kinder der Emigranten, die es nach Portugal, Holland, Frankreich und in die Vereinigten Staaten gezogen hatte.

Kleine Inselwelt weit draußen im Atlantik

Die wenigen touristischen Einrichtungen und Hotels befanden sich teils auf der Insel Sal, die lange Zeit mit ihrem, zu Mussolinis Zeiten gebauten Flughafen lediglich als technische Stop over Destination für Flüge zwischen dem afrikanischen Kontinent und den USA einerseits und Europa und Südamerika andererseits galt und teils auf der Insel Santiago, die als Regierungssitz des Inselstaates ein Minimum an Beherbergungsstrukturen vorweisen konnte. Ein politisches Portrait der Kapverden finden Sie hier beim Auswärtigen Amt.

Dabei hatte die kleine Inselwelt auf halbem Wege zwischen Europa und Südamerika alleine von seiner geographischen Lage und gerade einmal 6 Flugstunden entfernt von den europäischen Quellenmärkten die besten Voraussetzungen für eine touristische Erschließung.

Der aus 10 Inseln bestehende Archipel, ist vulkanischen Ursprungs. Während die, dem afrikanischen Kontinent zugewandten Inseln Sal, Boa Vista und Maio mit ihren wüstenhaft anmutenden Landschaften über unendliche, weiße Sandstrände verfügen, sind die Inseln im Westen und Süden des Archipels von hohen Bergmassiven und einer teils üppigen Vegetation geprägt.

In den 80er Jahren hatte die französische Hotelgruppe Novotel einen ersten Versuch gestartet, das kleine Land touristisch zu erschließen. Mit der Übernahme von 3 Hotels auf Sal und Santiago hatte sich erstmals eine europäische Hotelgruppe entschlossen, die Kapverden als Feriendestination anzubieten. Dieser Versuch scheiterte jedoch bereits nach wenigen Jahren und die Hotelgruppe Novotel trennte sich wieder von ihren Anlagen, die daraufhin in den Besitz des Staates übergingen.

Im Jahre 1995 gerieten die Kapverden in den Fokus einer italienischen Unternehmensgruppe, die auf der Insel Sal innerhalb von nur 12 Monaten ein Feriendorf mit 480 Betten, meist im Bungalowstil erstellte und so die Kapverden erstmals dem italienischen Reisemarkt zugänglich machten.

350 Sonnentage im Jahr und subtropisches Klima

Mit der Eröffnung des ersten Feriendorfes im Jahre 1996 und der Aufnahme von Linien- und Charterflügen seitens der nationalen Fluglinie TACV Cabo Verde Airlines begann die Ära des organisierten Tourismus, welche das Land innerhalb von nur knapp zwei Jahrzehnten zu einer begehrten Tourismus Destinationen werden ließ.
Seit Anfang der 2000 Jahre herrscht vor allem auf Sal und später auf der Insel Boa Vista eine regelrechte Goldgräberstimmung. Dazu beigetragen hat vor allem die starke Entwicklung des Flugverkehrs, sowohl im Bereich der regulären Linienflüge, wie auch der Charterflüge und das ständig wachsende Präsens internationaler Hotelketten. Hotels und Unterkünfte in Praia, der Hauptstadt finden Sie hier.

Der Badetourismus findet auf Sal und Boa Vista die idealen Voraussetzungen einer Ganzjahres Destination, die vor allem in den europäischen Wintermonaten zum begehrten Reiseziel sonnenhungriger Strandfreaks wird. Die klimatischen Gegebenheiten, mit einer durchschnittlichen, fast das ganze Jahr über konstante Lufttemperatur von 22-30°, einer geringen Luftfeuchtigkeit und einer stets angenehmen, erfrischenden Brise, machen die Kapverden zur idealen Feriendestination.

Die positive wirtschaftliche Entwicklung hat dem Lande im vergangenen Jahrzehnt ein zweistelliges jährliches touristisches Wachstum beschert. Längst zählen die Kapverden nicht mehr zu den ärmsten Ländern der Welt und die Flucht der einheimischen Bevölkerung nach Europa und den USA ist drastisch zurückgegangen
Junge Menschen haben erstmals die Chance im eigenen Lande in Lohn und Arbeit zu kommen, auch wenn dies manchmal eine Verlagerung des persönlichen Umfeldes auf eine andere Insel notwendig macht. Auf Sal und Boa Vista ist die Nachfrage nach lokalen Arbeitskräften nach wie vor hoch und wer sich für einen Job in der Hotellerie entscheidet, der wird sicherlich in kürzester Zeit fündig.

Noch gelten die Kapverden als Geheimtipp

Noch ist die systematische Entwicklung des Landes zur klassischen Feriendestination vor allem auf den Wüsteninseln Sal und Boa Vista zu beobachten, wo sich in den letzten Jahren große internationale Hotelgruppen etabliert haben, allen voran die RIU Gruppe, die in der Zwischenzeit auf Sal und Boa Vista fünf Mega- Ferien Resorts  mit mehr als 9000 Betten bewirtschaftet, sowie die TUI mit ihrem Eliteclub Robinson Club Cabo Verde, die spanische Melià Gruppe mit 3 riesigen Resorts, die Portugiesen mit den Oasis Hotels und last but not least ein 5 Sterne Hilton Hotel, die allesamt in privilegierter Strandposition an der Baia de Santa Maria liegen. 

Wesentlich ruhiger und besinnlicher geht es auf den westlichen Vulkaninseln des Archipels zu. Während sich auf Fogo, Brava und Sao Nicolau die Anzahl der Besucher noch immer in äußerst engen Grenzen hält, entwickeln sich die Inseln Sao Vicente, Santiago und Santo Antao mehr und mehr zum idealen Pendant, der bereits teilweise vom hoher Besucherfrequenz heimgesuchten Wüsteninseln und damit zu einem kleinen Paradies für Wanderer, Mountainbiker und Individualisten, welche die bizarre Welt der Vulkane, der hohen Bergmassive, der stillen Täler und der subtropischen Vegetation mehr in Begeisterung versetzt, als kilometerlange und endlose weiße Strände und sprödes Wüstenambiente.

Besonders auf Santo Antao erleben wir die Kapverden von einer völlig anderen Seite, wie auf Sal und Boa Vista, wo der Tourismus die Menschen auch charakterlich verändert hat.

Hier steht die Zeit still und der Veränderungsprozess geht nur sehr langsam voran. 80% der Bevölkerung ernährt sich vom landwirtschaftlichen Anbau und den „Früchten“ des Meeres. Es gibt keine Familie, die nicht Verwandte im Ausland hat und von diesen unterstützt wird. Das touristische Beherbergungsangebot beschränkt sich auf kleine, familiengeführte Pensionen und Guest Houses, welche leider nur im geringen Maße Arbeitsplätze schaffen.

Die Menschen Afrika’s, das Flair Südamerika’s, die Nähe zu Europa. Das alles bieten die Kapverden (Cape Verde).

Auf Santo Antao leben viele junge Menschen in den Tag hinein. Ihre Perspektiven auf eine bessere Zukunft hängen davon ab, wie schnell (oder wie langsam) sich der Tourismus auch auf ihrer Insel entwickeln wird. Andere Ressourcen gibt es nicht.

Trotz dieser widrigen Umstände haben die Menschen hier das Lächeln nicht verlernt. Nächstenliebe und Zusammenhalt zählen hier noch immer zu jenen fundamentalen Werten, die anderenorts schon längst unter die Räder gekommen sind. Das macht Santo Antao so liebenswert.

Der lange Weg der Kapverden, vom Armenhaus zum touristischen Hoffnungsträger führt daher nicht nur vorbei an leuchtenden Hotelfassaden und überbordenden Buffets, sondern ist noch immer gesäumt von zum Teil harten Lebensbedingungen, zerrissenen Familien, deren Wege in die Emigration führten und von den zurückgebliebenen Kindern und Alten, die mit Würde und unheimlicher Kraft den Schmerz des ewigen Abschiednehmens ertragen. Kein anderes Wort als „Sodade“ drückt die Gefühle dieses kleinen mutigen Volkes besser aus. In ihm steckt das Heimweh ebenso wie das Fernweh, der Wehmut ebenso wie die Hoffnung, die Freude und das stete Warten auf ein Wiedersehen mit jenen, deren Weg in die Fremde führte, um den Zurückgebliebenen ein Überleben zu ermöglichen.

Die jüngste Geschichte der Kapverden wäre unvollständig, wenn an diesem Punkt nicht ein weltweit veränderndes Ereignis wie die Corona Pandemie das gesamte Spektrum der wirtschaftlichen Entwicklung der Kapverden verändert hätte. Das stetig wachsende Inlandsprodukt, welches mit einem Anteil von 25 % BIP vom Tourismus getragen wurde, ist anfangs des Jahres 2020 völlig zum Erliegen gekommen. Mit der kompletten Einstellung des internationalen Flugverkehrs sind die Kapverden übermacht wieder zum Sorgenkind geworden, welches sich nur dank internationaler Hilfen über Wasser halten konnte. Tausende von Arbeitsplätzen, gerade in der Hotellerie und der Fremdenverkehrswirtschaft sind verlorengegangen, während sich das Virus gerade auf Sal und Santiago fast zügellos ausbreitete.

Heute, nur 3 Jahre später ist Corona Geschichte. Die Kapverden haben bereits im Jahre 2023 beinahe die Besucherzahl des Rekordjahres 2019 zurückerobert. Immer mehr wird der kleine Inselstaat zu einem echten Pendant zu den Kanaren. Schon spricht die Reisebranche von den „Neuen Kanaren“. Aus dem Geheimtipp ist längst eine Feriendestination geworden, die auf eine kometenhafte touristische Entwicklung innerhalb von 3 Jahrzehnten zurückblickt.

Neben dem angenehmen und ausgewogenen Klima bestechen die Kapverden vor allem durch Faktoren wie Sicherheit, sozialer Frieden, politische Stabilität und einer landschaftlichen Vielfalt. Als eines der wenigen Länder Afrikas ist der Inselstaat eine parlamentarische Republik mit einem Mehrparteiensystem und regelmäßig stattfindenden Wahlen. Vorbildlich sind auch das Gesundheitssystem, welches, obwohl nicht auf europäischem Niveau dennoch zu den besten des gesamten afrikanischen Kontinents zählt, sowie das Bildungssystem, das sich bemüht, europäische Standards zu erreichen.  Die Bevölkerung ist zu 90 % katholischen Glaubens. Die in der Diaspora lebenden Kapverdier haben eine starke Bindung zu ihrem Heimatland. Unzählige Vereine der Kapverdier gibt es in den Ländern starker Immigration wie Portugal, Holland, Frankreich, Italien und den USA.  Rassismus und Integralismus sind ebenso verpönt wie jegliche Art von Ausgrenzung von Minderheiten.

Zwischen den verschiedenen Inseln des Archipels herrscht eine subtile Competition, was nicht zuletzt auf ihren historischen Backgrund zurückzuführen ist.

Santiago mit ca. 130.000 Einwohnern ist die Hauptstadt der Kapverden. Seine dramatische Geschichte als einer der größten Zentren im 18 und 19 Jahrhundert des Sklavenhandels außerhalb des afrikanischen Kontinents hat die Insel und seine Menschen geprägt. Hier ist der Volkstamm der Batucos zuhause, eine Menschenrasse mit schwarz-afrikanischen Wurzeln, die sich so ganz von den“ Inseln über dem Wind“ (Ilhas de Barlavento) im Norden des Archipels unterscheiden und mit Mindelo als heimliche Hauptstadt der Kapverden das zuhause der kreolischen Rasse verkörpert. Hier in Mindelo ist die Kultur der Kapverden beheimatet.

Die 70.000 Einwohner große Stadt am Porto Grande ist der Mittelpunkt des kapverdischen Künstlertums. Unzählige Kunstateliers und kleine verträumte Lokale aus denen die Musik der Kapverden klingt säumen die Gassen von Mindelo. Die Musikszene und der jährlich stattfindende Karneval, der sich am brasilianischen Musikmodel orientiert, können als einzigartig bezeichnet werden. Mindelo war auch die Heimat von Cesaria Evora, die „Stimme der Kapverden“. Die „barfüßige Diva“, denn als solche hat die Sängerin und Interpretin der „Morna“, einem für die Kapverden typischen Musikstil, die Bühnen der Welt erobert. Cesaria kam aus den Hinterhöfen von Mindelo und blickte auf ein bewegtes und moralisch verwerfliches Leben zurück.

Mindelo war Mitte des 19. Jahrhundert einer der wichtigsten Umschlaghäfen im Dreieck der Kontinente Europa, Afrika und Südamerika. Als britische Kohlestation bekannt, war die Stadt zweitweise der viertgrößte Kohlehafen der Welt zur Versorgung britischer Schiffe. Für Weltsegler ist die Stadt eine der bedeutendsten  Etappen auf dem Weg nach Südamerika. Immer wichtiger wird in diesem Zusammenhang auch das Geschäft mit den Kreuzfahrten, die auf ihren Routen entlang des afrikanischen Kontinents und in die Länder Südamerikas einen obligatorischen Stop-over im malerischen Hafen von Mindelo einlegen. Im Augenblick entsteht hier am Porto Grande einer der modernsten Terminals für Kreuzfahrtschiffe Westafrikas.

(Autor: Rolf Rampf)

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